Wie viele Tierarten gibt es überhaupt?

Hier finden sich je nach Autor die unterschiedlichsten Angaben zwischen 
(ganz grob) einigen Millionen bis über 100 Millionen geschätzte Arten. Davon allerdings sind bisher erst 1,1  
bis 1,5 Millionen Arten beschrieben, also mit einem wissenschaftlichen Namen versehen
 (ca. 60.000 in Deutschland). Autoren, welche die 1.100.000 Arten präferieren, beziffern 
darin allein die Klasse der Insekten mit etwa einer Million. Darunter auch die Käfer, 
als die umfangreichste Tierordnung überhaupt mit etwa 350.000 Arten, wovon allein 
in Rheinland-Pfalz bisher knapp 6.000 nachgewiesen wurden.

Wer soll das noch überblicken?           
Ein noch nie „gesehenes Tier“! Wie kann ich es identifizieren?

Gibt es „Bilderbücher“, wenn ja, welches ist das richtige?

Finde ich eine Fachfrau oder einen Fachmann?

Wenn ja, wie geht sie bzw. er bei der Fülle der Möglichkeiten vor?

Der besseren Übersicht wegen wurden sämtliche Tiere in dem sogenannten Tierreich (Regnum Animalia) 
zusammengefasst und unter Berücksichtigung angenommener verwandtschaftlicher Beziehungen  in „Tierstämme“
unterteilt. Da sich aber die Erkenntnisse dieser Zusammenhänge immer wieder erweitern, kommt es 
logischerweise gelegentlich zu Umstellungen. Aber gerade deshalb ist so eine Übersicht, bei inzwischen
weltweit deutlich über einer Million bekannter Tierarten, unbedingt erforderlich. Denn bei der riesengroßen 
Anzahl an Lebewesen wird auch ein noch so guter Tierkenner (selbst innerhalb Deutschlands) gelegentlich 
unsicher sein, was die Zugehörigkeit eines Tieres zu einer bestimmten „Tiergruppe“ angeht. Deshalb hat man
 in der Biologie sogenannte Bestimmungsschlüssel geschaffen. Leider werden solche Schlüssel (von Laien) 
beim ersten Kontakt oftmals als „Fachchinesich“ abgetan und wenn dann mal ein Tier beobachtet oder
 gefunden wird, bemüht man Bilderbücher (heutzutage auch gerne das Internet) und vergleicht. 
Nur die Fachleute aber können erahnen wie unzutreffend oder wenigstens unzureichend 
die dortigen Ergebnisse oftmals sind. 

Bestimmungsschlüssel: Hier ein Beispiel mit geringfügigen Änderungen aus der „Fauna von Deutschland“ (Brohmer).
Die Tabelle soll dem interessierten Naturfreund und Hompage - Besucher einen kleinen Einblick in 
„fachgerechtes Bestimmen“ ermöglichen. Kritische Geister mögen bedenken, dass es sich hier keineswegs um 
die neueste Literatur handelt, was aber dem eigentlichen Zweck dieser Ausführungen nicht widerspricht.

Tiere in Deutschland (Systematische Übersicht)

Tierstämme (Tierkreise) entsprechend der Auffassung aus dem Bestimmungsbuch von Brohmer (1964)

1 Meist 1 mm o; einzellig; im Wasser o. (sehr) feuchten bzw.
nassen Medien (auch in Tieren und Pflanzen); nur unter dem Mikroskop erkennbar

Urtiere, Protozóa
1* Gewöhnlich größer als 1mm. Vielzeller; Gewebetiere, üblicherweise mit dem 
bloßen Auge gut als Tier erkennbar
2  
2 Im Wasser lebende Tierstöcke von unsymmetrischer Gestalt 3  
2* Symmetrisch gebaute Einzeltiere; Land- oder Wasserbewohner 4  
3 Krustenförmig, höckerig od. geweihähnlich. Im weichen 
Körper mit „Kieselnadeln“. Festsitzend
Schwämme, Spóngiae
3* Einzeltiere der Stöcke mit bewimperten Fangarmen (Tentakeln) auf  
kreis- oder hufeisenförmigen Trägern
Kranzfühler, Tentaculáta
3** Mit unbewimperten Fangarmen; Einzeltiere schlauchförmig; mit Nesselkapseln 4  
4 Körper strahlig-symmetrisch; enthält einen einzigen Hohlraum, 
schlauchförmig. Wassertiere, 
bis 3 cm groß. Ohne feste Stützsubstanzen. Nur 2 Körperschichten. 
Mit Nesselkapseln
Nesseltiere, Cnidária
4* Körper zweiseitig-symmetrisch; beseht aus mehr als 2 Schichten 5  
5 Mit Innenskelett, dessen Hauptbestandteil die Wirbelsäule (Rückgrat) ist Wirbeltiere, Vertebráta
5* Mit Außenskelett oder ganz ohne feste Teile 6  
6 Körper ungegliedert oder geringelt; ohne Gliedmaßen, 
höchstens mit Borsten; äußere Körperwand ein Hautmuskelschlauch
Würmer,Vermes
6* Körper ungegliedert, meist mit 1 oder 2 Kalkschalen; Körperwand
weich, meist schleimig; ohne Gliedmaßen
Weichtiere, Mollúsca
6** Körper ungleichmäßig gegliedert; mit hornartigem (Chitin-) 
Außenskelett; mit gegliederten Gliedmaßen
Gliederfüßer, Arthrópoda

Als Beispiel wollen wir das Bild 223 aus 1200Jahre-1200Tiere betrachten. Vermutlich hat jeder eine 
Ahnung wohin das Tier gehört und weiß auch, dass es deutlich größer ist als 1 mm!
A) Leitzahl 1 oder 1*:
 Entscheide ob der Text hinter der Leitzahl 1 oder hinter 1* zutrifft. Antwort: Das Tier ist relativ groß und 
nicht nur aus einer mikroskopisch kleinen Zelle bestehend, so dass es nicht zum Stamm 
der Urtiere gehören kann. Es ist deutlich größer und besteht aus mehreren Zellen (diverse Körperteile usw.).
Folglich: wir entscheiden uns für 1*, und gelangen so zur Leitzahl 2
B) Leitzahl 2 oder 2*: 
Es handelt sich eindeutig um ein „symmetrisch gebautes“ Tier, dementsprechend trifft hier die Leitzahl 2* 
zu und wir gelangen zur Leitzahl 4.
C) Leitzahl 3 oder 3*: 
wird hier übersprungen, es geht bei Leitzahl 4 
weiter.
D) Leitzahl 4 oder 4*: 
Auch wenn hier die Beschreibung vielleicht im ersten Moment etwas unverständlich klingt, 
so dürfte in diesem Fall aber der Hinweis „Wassertier“ eindeutig sein. Wer aber sagt, ich finde 
solche Tierformen (s. Bild 223) immer wieder am und in der Nähe des Wassers, der kann sich in demselben
Buch mal ansehen wie Nesseltiere im Allgemeinen aussehen. 
Und wird dann sofort sagen: 4*! Und weiter geht’s zu Leitzahl 5!
E) Leitzahl 5 oder 5*: 
Nun müsste man das Tier „schlachten“ um festzustellen ob es ein Innenskelett (Knochen) und eine 
Wirbelsäule hat oder nicht. Aber wer so ein Tier schon mal in der Hand hatte, der weiß, dass es zwar zart gebaut,
aber sein „Äußeres“ dennoch eine gewisse Festigkeit aufweist. Das kommt vom so genannten Chitinpanzer, der auch
als Außenskelett bezeichnet wird. Und auf geht’s zur Leitzahl 6!
F) Leitzahl 6, 6* oder 6**: 
Wer sich das Bild 223 aufmerksam ansieht, erkennt, dass das Tier deutlich „gegliedert“ ist: 
Die Beine, der Leib (besonders der Hinterleib) bestehen aus mehreren Gliedern. Folglich kommen die Leitzahlen 6 
und 6* nicht in Betracht. Es bleibt nur noch 6**! Und letztlich gelangen wir zum Tierstamm der 
so genannten Gliederfüßer!
Und am Beispiel des „Riesen-Stammes“ der Gliederfüßer (Arthropoda) sollen die nachfolgenden Ausführungen 
andeuten wie unvorstellbar umfangreich das gesamte „Tierreich“ ist. Zu diesem Zweck betrachten wir nur den
 „Riesen-Stamm“ der Gliederfüßer und innerhalb dessen die „Riesen-Klasse“ der Insekten. Der Stamm der 
Gliederfüßer (Arthropoda) wird in o. g. Bestimmungsbuch in folgende Obergruppen und Tierklassen unterteilt:

1. Klasse: Krebstiere, Crustacea2. Klasse: Wenigfüßer, Pauropoda (Obergruppe: Tausendfüßer, Myriopoda)
3. Klasse: Zwergfüßer, Symphyla (Obergruppe: Tausendfüßer, Myriopoda)
4. Klasse: Doppelfüßer, Diplopoda (Obergruppe: Tausendfüßer, Myriopoda)
5. Klasse: Hundertfüßer, Chilopoda (Obergruppe: Tausendfüßer, Myriopoda)
6. Klasse: Insekten, Hexapoda
7. Klasse: Spinnentiere, Arachnoídea (Ordnungen: Afterskorpione, Weberknechte, Webespinnen, Milben)

Insekten, Hexapoda Name: Insekten, früher auch Insecta (In = in oder ein, secta wie Sektor = Abschnitt, 
geteilte Insecta = in Abschnitte unterteilte Tiere) Hexapoda (Hexa = sechs, poda = Fuß, Füße = Sechsfüßer) 
An dieser (welt- und deutschlandweit) größten Tierklasse soll die allgemeine Klassifizierung der Tiere 
beispielhaft erläutert werden (die Angaben erheben weder Anspruch auf Aktualität noch auf Vollständigkeit 
und beziehen sich im Wesentlichen nur auf die deutsche Fauna).            
Klasse: Insekten, Hexapoda
1. Unterklasse: Apterygota = Urinsekten.
       Nur flügellose Arten, deren frisch geschlüpfte Jungtiere in der Gestalt bereits den ausgewachsenen Tieren gleichen.
       Name: A = von, weg, nicht oder unter = Flügel; Apterygota lässt sich als = flügellose oder ungeflügelte 
       'Insektenklasse übersetzen.
       1. Ordnung: Thysanura, Borstenschwänze (z.B.: Silberfischchen o. Zuckergast)
       2. Ordnung: Diplura, Doppelschwänze
       3. Ordnung: Protura, Beintastler
       4. Ordnung: Springschwänze, Collembola (5 Familien) 
2. Unterklasse: Pterygota, Fluginsekten
       5. Ordnung: Ephemeróptera, Eintagsfliegen (11 Familien)
       6. Ordnung: Odonata, Libellen, Wasserjungfern (7 Familien)
       7. Ordnung: Plecóptera, Uferfliegen, Steinfliegen (7 Familien)
       8. Oberord.: Orthoptera, Geradflügler 
         8a. Ordnung: Blattódea, Schaben (3 Familien mit ca. 10 einheimischen Arten)
            8b. Ordnung: Mantódea, Fangschrecken (1 einheimische Art) 
               8c. Ordnung: Saltatória, Springschrecken (diverse Auffassungen: meist 7 Familien) 
                  8d. Ordnung: Dermáptera, Ohrwürmer (4 Familien, 9 einheimische Arten) 
       9. Ordnung: Corrodéntia, Flechtlinge (13 Familien) 
      10. Ordnung: Mallóphaga, Läuslinge (6 Familien) 
      11. Ordnung: Anoplúra, Echte Läuse (ca. einheimische 25 Arten) 
      12. Ordnung: Thysanoptera, Fransenfliegen, Blasenfüße (4 Familien) 
      13. Ordnung: Rhynchóta, Schnabelkerfe Unterordnung: Heteroptera, Wanzen
           (Heute eigene Ordnung mit ca. 900 einheimischen Arten) Unterordnung: Homoptera, Gleichflügler
           (Heute eigene Ordnung, darunter Zikaden, Pflanzenläuse ...) 
      14. Ordnung: Coleoptera, Käfer                            
           (größte Insektenordung weltweit,
           Mitteleuropa: Heute über 120 Familien, ca. 8500 Arten) 
      15. Ordnung: Hymenoptera, Hautflügler
           (Europa: Zahlreiche Familien mit über 11000 Arten; Beisp.: Bienen und Wespen) 
      16. Ordnung: Mecóptera, Schnabelfliegen
           (Mitteleuropa: 2 Familien mit 6 Arten, darunter die Skorpionsfliegen) 
      17. Ordnung: Diptera, Zweiflügler
           (Mitteleuropa: zahlreiche Familien mit über 9000 Arten;
           Beisp.: Fliegen, Schnaken und Stechmücken)  
      18. Ordnung: Siphonaptera, Flöhe (weltweit über 1600 Arten, davon knapp 80 in Deutschland) 
      19. Ordnung: Neuróptera, Netzflügler (8 Familien; Beisp.: Florfliege, Goldauge)
      20. Ordnung: Trichóptera, Köcherfliegen (ca. 20 Familien)
      21. Ordnung: Lepidoptera, Schmetterlinge
           (zweitgrößte Insektenordung weltweit, Deutschland: ca. 3700 Arten)

nach oben